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10. Baikal Ice Marathon (BIM) am 01.03.2014

Medaille Baikal Ice Marathon 2014 Medaille Baikal Ice Marathon 2014

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Do. 27.02. Von Düsseldorf ist Moskau nur drei Flugstunden enfernt. Wären da nicht im Vorfeld die Formalitäten mit der Besorgung des Visums bei der russischen Botschaft, wäre es ein Klacks mal eben nach Moskau zu fliegen, zumal die Flüge mit Aeroflot recht günstig sind. Pünktlich erreicht mein Flieger gegen 17:00 Uhr Ortszeit (+3 Std.) den Sheremtyo Airport in Moskau. Da mit meinem Visum alles in Ordnung ist, habe ich auch keine Probleme die Passkontrolle zu passieren und das Gate für den Inlandsflug nach Irkutsk rechtzeitig zu erreichen. Um 19:00 Uhr hebt der Flieger ab und 5 1/2 Stunden später, um 5:30 Uhr Ortszeit (+8 Std.), stehe ich in Irkutsk. Darüber bin ich auch ganz froh, da der Sitzabstand in der Holzklasse doch recht knapp bemessen war. Ich fühle mich sofort an unseren Flug mit Condor nach Las Vegas zum Badwater Ultra erinnert. Da der Flug heute aber nur die Hälfte kostete, kann ich es diesmal verschmerzen. Noch im Flugzeug ziehen sich die anderen Passagiere Ihre dicken Jacken über. Einige Augenblicke später weiß ich warum. Draußen schlägt mir ein trockener, eisiger Wind entgegen. Im ersten Augenblick fällt mir das Atmen schwer. Wenn ich es nicht eh schon wüßte, so wäre es mir spätestens jetzt klar geworden: Ich bin in Sibirien.
Fr. 28.02. Am Ausgang steht schon jemand mit einem "Baikal Ice Marathon" Schild. Nachdem ein paar weitere Leute eingetrudelt sind, geht es um 7:00 Uhr mit einem Bus zunächst zum Bahnhof, wo noch ein paar weitere Leute eingeladen werden. Um 8:00 Uhr, es ist immer noch stockduster, geht die Fahrt dann endlich Richtung Baikalsee. Um 11:30 Uhr erreicht der Bus das einfache "Sporthotel" an der Ostseite des Lake Baikal im Städchen Baikalsk. Am Nachmittag latsche ich noch ein wenig durch das Dorf und zum wenige 100 Meter entfernten Baikalsee.
Sa. 01.03. Um 9:15 Uhr ist die Abfahrt von fünf Kleinbussen zum weiter nördlich gelegenen Startort bei Tankhoy. Als wir ihn um 10:45 Uhr erreichen, muss alles hopp hopp gehen, denn in einer viertel Stunde soll es schon losgehen. Vorher kann man ggf. noch am "Dixi" aus Holz anstehen und seine Plastiktüte mit Wechselsachen für das Ziel am Luftkissenfahrzeug mit der Nummer 4 abgeben.

Mit ein paar Minuten Verzögerung setzen sich ca. 150 warm eingepackte Figuren in Bewegung. Einige davon laufen nur bis zur Mitte des Sees, denn da ist das Ziel des Halbmarathons. Während der ersten Hälfte ist wenig blankes Eis zu sehen, denn eine dünne, um die 10 cm hohe Schneeschicht hat sich über das Eis gelegt. Wenn dann mal wieder eine Eisfläche kommt merke ich schon gut, dass das mit den Spikes unter den Schuhen gut funktioniert. Auch das Wetter spielt mit. Bei wieder einmal strahlend blauem Himmel sind es vermutlich max. -10 Grad und entgegen der Vorhersage von Gestern, ist auch kein Gegenwind zu spüren. Nach fünf Kilometern hat sich das Feld schon ordentlich auseinander gezogen. Das Laufen ist nun recht angenehm. Ich fühle mich besser als vor zwei Wochen in Genk. Es macht Spaß. Auch die Laufkleidung habe ich ziemlich passend ausgewählt. Meine dünne, lange Laufhose ist voll ausreichend. Nur oben rum bin ich einen Tick zu warm angezogen. Aber nicht so, dass es total unangenehm wäre und ich mich unbedingt einer Lage entledigen müsste. Das die erste Verpflegungsstation erst bei Kilometer 10 kommt ist kein Problem. Es ist sehr angenehm, dass das Wasser, dass in kleinen 0,2l Wasserflaschen bereit steht, leicht angewärmt ist. So kann man auf die Schnelle eine Pulle wegexen. Da aber leider kein Mülleimer in ein paar zig Meter Entfernung aufgestellt ist, muss man immer anhalten wenn man den Müll nicht mitschleppen will. Bei der Halbmarathonmarke ist ein Zelt und ein Dixi aufgebaut. Ich halte micht natürlich nicht lange auf und exe nur wieder eine Flasche Wasser weg.

Nun hat sich der Untergrund leicht verändert. Es ist nun überwiegend nur blankes Eis zu sehen, ab und an überzogen von einer dünnen Schneeschicht. Meine Schuhe mit den Spikes bewähren sich wirklich gut. Ich habe keine Probleme mit der Standfestigkeit. Allerdings verändert sich automatisch der Laufstil in gewisser Weise. Hier auf dem Eis setzt man jeden Schritt deutlich bewusster als normalerweise. Erst wenn man das Knarzen der Spikes, wie sie sich in das Eis bohren, hört, weiß man, dass man sicher steht. Irgendwie ist es auch ein wenig gruselig wenn man über das blanke Eis läuft. Wenn man jetzt einbrechen würde, würde es deutlich über einen Kilometer in die Tiefe gehen. Aber es ist natürlich keine reale Gefahr da, denn man sieht an den Risstellen, dass das Eis schätzungsweise zwischen 40 und 100 cm dick ist. Die Fahrzeuge, die an einem vorbei fahren, brechen ja schließlich auch nicht ein.
Bei Kilometer 30 kommt dann doch noch der vorhergesagte Wind auf. Durch die Kälte ist es recht unangenehm im Gesicht. Wären es nicht nur noch ein paar Kilometer, müsste ich mir mein zweites Buff, das ich aber gerade vor 10 km weggepackt habe, über das Gesicht ziehen. Dazu bin ich aber zu faul. Überholt werde ich schon lange nicht mehr. Im Gegenteil, denn immer mal wieder kann ich mir einen Kollegen schnappen. Ich habe mir meinen Lauf heute wohl ganz gut eingeteilt. Schon bei Kilometer 35 ist das Westufer mit Häusern zu sehen. Dort irgendwo muss Listvyanka und das Ziel sein. Normalerweise ist alle fünf Kilometer ein entsprechendes Schild aufgestellt. Als ich das 40km Schild erwarte, ist leider nur die Zahl 39 zu sehen. Das ist eine klitzekleine Enttäuschung, aber der eine Kilometer "mehr" macht jetzt, trotz der Eiseskälte im Gesicht, auch nicht mehr viel aus. Dann ist das Ziel am Strand von Listvyanka erreicht.

Hier ist richtig was los. Listvyanka scheint ein großes Ausflugsziel zu sein, denn hier am Eisstrand werden einige Attractions (u.a. Eislaufen (logisch), Eis-Go-Cart-, Trike- und Luftkissenboot fahren) angeboten. Im Ziel stehe ich zunächst ein wenig planlos rum. Wohin nun? Nach ein paar Minuten sagt mir jemand, dass das Gepäck im wenige Meter entfernten Hotel Mayak liegt. Das schaffe ich auch noch. Ich bin froh, als ich endlich im schönen, warmen Hotelzimmer auf dem Bett liegen kann. Ich teile mir mein Zimmer, wie schon in der Kälte der Antarktis, mit einem Kollegen aus Irland. Am Abend gibt es ein Bankett mit der Überreichung der Auszeichungen (Medaillien, Urkunden und T-Shirts). Logischerweise, wir sind ja schließlich nicht irgendwo, gibt es zum Essen auch zwei Flaschen Wodka. Gott sei Dank aber pro 8er Tisch und nicht pro Person.
So. 02.03. Um 4:00 Uhr werde ich wach. Gerade rechtzeitig, um noch via Internet die Schlussphase des Spiels Bayern-Schalke im Liveticker zu verfolgen (5:1). Um 11:00 Uhr geht es in einer guten Stunde mit einem Bus zurück nach Irkutsk zum Flughafen.
Nun muss ich sehen, wie ich in die City zu meinem Hotel komme. Der Einfachheit halber möchte ich mir heute mal ein Taxi gönnen. Der erste Taxifahrer möchte 500 Rubel (gute 10 €) von mir. Da ich das für überzogen halte und er mit 300 Rubel nicht zufrieden ist, schaue ich mal was sonst so geht. Ich sehe, dass jemand aus einem normalen Kleinwagen steigt und offensichtlich ein paar Scheine den Besitzer wechseln. So frage ich den nächsten Privattaxifahrer nach dem Weg zu meinem Hotel. Er kennt den Weg, die 200 Rubel sind auch ok und wenige Minuten später bin ich am Hotel Delta angekommen. Das Hotel (1900 Rubel) habe ich gut ausgesucht. Die Rezeptionistin ist sehr freundlich und hilfsbereit, das Zimmer ist super und von hier aus kann man die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erkunden.
Mo. 03.03. Mit einem vorbestellten, normalen Taxi fahre ich um 9:15 Uhr für 225 Rubel in gut 10 Minuten zum Flughafen. Schon beim Eintritt in das Flughafengebäude wird das Gepäck durchleuchtet. Später, bei der eigentlichen Sicherheitskontrolle, muss ich dann zum ersten Mal meine Schuhe ausziehen, die volle Wasserflasche wird aber nicht moniert. Dafür macht man mich auf metallische Gegenstände im Koffer aufmerksam (Spikes? Medaille?), das Öffnen des Koffers vergisst man dann aber. Pünktlich um 11:05 Uhr geht es weiter nach Moskau. Der Sitzabstand ist heute deutlich komfortabler. Liegt es evtl. daran, dass es ein Airbus A320 und keine Boing 737 ist? Auch der Service ist bei Aeroflot voll in Ordnung. Die Ankunft in Moskau ist schon um kurz nach 12 Uhr (-5 Std.), allerdings nach sechs Stunden Flug. Hier nimmt man mir (ganz wichtig) beim Umsteigen endlich auch meine Wasserflasche ab. Um 13:30 Uhr weiter nach Düsseldorf, Ankunft um 13:45 Uhr (-3 Std.). Dort rein in den Zug und um 16:30 Uhr bin ich wieder Zuhause. Das war der Wochenendtrip nach Sibirien.
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last update: 03.03.2014