TorTour de Ruhr 2016 - 230km Nonstop - Papas Marathon Seite - Osnabrück - Marathon im FC Bayern Trikot
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TorTour de Ruhr - 230 km - 14./15.05.2016

Finisher Medaille TorTour de Ruhr Buckle TorTour de Ruhr 2016

Link: TorTour de Ruhr | Strecke | Ergebnis | Ergebnis (.pdf) | Presse | Urkunde
13.05. Das ich überhaupt morgen bei der TorTour de Ruhr starten werde, habe ich nur dem Umstand zu verdanken, dass ich mich mit den Terminen verhaspelt habe. Denn heute, am Freitag den 13., dem Vorabend der TTdR, ist Maiwochen Fassanstich in Osnabrück. Den habe ich seit zig Jahren noch nie verpasst, weshalb ich es mir nicht nehmen lasse, auch in diesem Jahr wieder dorthin zu gehen. Allerdings bin ich in diesem Jahr ganz vernünftig und mache mich schon nach einem Böckchen und dem obligatorischen Käsegriller auf den Heimweg.
Gegen 22:00 Uhr fahren Dori und ich dann nach Winterberg. Den Parkplatz an der Ruhrquelle erreichen wir um Mitternacht und bereiten sogleich unser Nachtlager hinten im Caddy.
14.05. Logo Um 6:00 Uhr gibt es ein Käffchen vom Campingkocher und 'ne Stulle mit Marmelade. Schon bald ist der Parkplatz gut gefüllt. Startnummer an der 300 Meter entfernten Quelle abholen, letzte Vorbereitungen treffen und dann geht es fast pünktlich um 8:00 Uhr los.
Alle 15-30 Kilometer sind immer sehr gut ausgestattete Verpflegungsstationen aufgebaut. Da aber ein Support laut Teilnahmebedingung Pflicht ist, hat sich Dori netterweise bereit erklärt, diesen zu übernehmen. Wir vereinbaren, dass Sie versucht, mich immer irgendwo zwischen den Verpflegungsstationen zu treffen. Mit dem mitgeführten Ortungs-GPS auf dem Handy klappt das auch immer sehr gut.
Ich bin froh, dass ich mich ad hoc für das langärmelige Bayern Trikot entschieden habe, denn es ist ungemütlich kühl, aber wenigstens ist es noch trocken. Auch meine uralten FC Bayern Fleece Handschuhe sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch sehr nützlich. Die ersten zig Kilometer werden abgespult. Die Muskulatur im rechten Bein macht weiterhin Probleme. Seit Boston ist es leider nicht besser geworden. Ich habe Bedenken, dass wenn es schlimmer wird, ich ein Zeitproblem bekommen könnte. Irgendwann zwischen Kilometer 60 und 70 Kilometern fällt mir auf, dass ich keine Probleme mehr im Bein habe. Rausgelaufen? Hoffentlich bleibt das so!

Gegen 17:30 Uhr erreiche ich den Checkpoint VP82 bei Kilometer 82 in Arnsberg. Hier warten die 100-Meilen Läufer auf Ihren Start. Ich ruhe mich ein wenig aus, erledige ein paar wichtige Dinge und nach 20 Minuten bin ich wieder auf der Strecke. Als ich 20 Kilometer später den Checkpoint VP102 bei Menden erreiche, kalkuliere ich mal grob durch, wann ich bei meinem derzeitigen lahmen Tempo das Ziel erreichen würde. Ich nehme also die Zeit für die letzten 20 Kilometer und multipliziere sie mit 6,5 für die letzten 130 Kilometer. Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich das Zeitlimit um einige Stunden überschreiten werde wenn ich in diesem Tempo weiter laufe und keine Pausen mehr mache. Ich rechne hin und her. Das kann doch nicht sein! Ich war doch nicht soooo langsam! Irgendwo muss ein Fehler in meiner Rechnung sein. Ich will schon fast Dori anrufen, dass Sie mich abholt, da ich keine Lust habe noch zig Stunden durch die Nacht zu eiern, wenn ich eh null Chancen habe, das Ziel im Zeitlimit zu erreichen. Ich bin ziemlich deprimiert. Endlich fällt mir der Fehler in der Rechnung auf. Ich bin davon ausgegangen, dass ich den Checkpoint VP82 um 16:50 Uhr verlassen habe. Stattdessen habe ich ihn aber erst um 17:50 Uhr, kurz vor dem 100-Meilen Start verlassen. D.h., ich habe mit einem Schlag 6 Stunden "gespart" und bin nun wieder fett in der Zeit. Mir fällt ein Stein vom Herzen.
Deshalb wird es aber nicht einfacher. Es wird Nacht und kälter. Ich friere und ziehe mir einen Pullover unter, den ich eigentlich nur für hinterher mitgenommen hatte.
15.05. Gegen 2:00 Uhr erreiche ich den Checkpoint VP130 am Hengsteysee. Hier startet um 4:00 Uhr der 100km Bambinilauf. Auch hier möchte ich mich nur kurz aufhalten. Ein wenig essen und ein bisschen was erledigen. Ganz nette Helfer bringen mir ein wenig Essen an den Tisch. Man kümmert sich hier wieder besonders nett um die Läufer. Oder nur um mich, weil ich schon ziemlich besch..... aussehe? Nee, ich glaube nicht. Nach 20 Minuten mache ich mich wieder auf den Weg. Da ich so unglaublich müde bin, setze ich beim Herausgehen noch kurz an einen Tisch. 5-Minuten die Augen zumachen, das reicht vermutlich schon. Erst finde ich keine Ruhe, aber plötzlich bin ich doch weg. 15 Minuten später wache ich auf. Viel Zeit ist vergangen. Jetzt aber hopp nach draußen. Bestimmt 40 Minuten habe ich hier "verloren".

Weiter geht es durch die Nacht. Meine Mini-Stirnlampe reicht vollkommen aus um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Als es hell wird, bleibt es recht kühl, denn zusätzlich wird das Wetter nun auch recht wechselhaft. Mal scheint die Sonne, mal gibt es einen kräftigen Schauer. Gott sei Dank, habe ich neulich nicht geknausert und mir beim Aldi für 10€ eine bayernrote Regenjacke gegönnt. Ohne die wäre ich heute aufgeschmissen gewesen.
Oftmals muss ich Spaziergängern erklären was das hier für eine Veranstaltung ist, die dann meist nur recht erstaunt den Kopf schütteln, was ich gut verstehen kann. Auch ich habe mich in den letzten Stunden des Öfteren gefragt, warum ich mir sowas wie hier mal wieder antue. Evtl. wird das hier mein letzter langer Lauf? Ach. Vermutlich ist es, wie immer nach ein paar Tagen, alles nicht so schlimm gewesen und bei der richtigen Veranstaltung melde ich mich dann wieder schwupps an.
Endlich ist der Checkpoint VP188, "nur noch ein Marathon", am Baldeney See erreicht. Der Rest ist ja eigentlich ein Klacks, nur leider habe ich ziemliche Schmerzen an meinen Füßen. Nur an den paar Blasen kann es eigentlich nicht liegen. Ich komme einfach nicht mehr vernünftig vorwärts. Gott sei Dank habe ich aber Zeit genug. Das Ziel werde ich sicher, wenn auch leicht gefrustet, erreichen.
Die letzten Kilometer ziehen sich mal wieder unendlich hin. 2-3 Kilometer vor dem Ziel verliere ich nochmal kurz die Orientierung, aber mein Handy mit GPS bringt mich wieder auf den richtigen Weg. Endlich ist das Ziel, das zur Zeit eingerüstete Rheinorange zu sehen und dann ist es geschafft. Zwar war das heute mal wieder eine recht üble Performance, aber ich bin trotzdem froh, dass ich zumindest innerhalb des Zeitlimmits von 38 Stunden das Rheinorange in Duisburg erreichen konnte.

Jetzt noch 1-2 Kilometer zurück zum Auto latschen und dann fahren wir nach Oberhausen in ein Hostel. Dort findet um 22:00 Uhr die Siegerehrung und die Übergabe der begehrten Buckle statt. Betten haben wir hier nicht gebucht, da wir ggf. nochmal im Auto übernachten wollen. Vor dem Erhalt der TTdR-Gürtelschnalle bleibt noch genügend Zeit für eine Dusche und ein paar nette Gespräche bei Currywurst, Pommes Mayo.

16.05. Nochmal, wie vor 48 Stunden im Auto übernachten oder noch nach Hause fahren? Da noch genug Adrenalin vorhanden ist, entscheide ich mich kurzfristig für die zweite Variante. Zur Not kann man ja auch nochmal eine Rast auf einem Autobahnparkplatz machen. Da das aber dann nicht nötig ist, erreichen wir gegen 2:00 Uhr wieder Osnabrück.
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last update: 27.05.2015