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7. Craze Ultra (100 Meilen) Singapur - am 03./04.11.2018

7. Craze Ultra, Singapur 2018

Link: Craze Ultra | Strecke | Teilnehmer | Ergebnis | Detailergebnis Stnr 13
01.11. Gegen 21 Uhr geht es von Amsterdam Schiphol in knapp 12 Stunden nach Kuala Lumpur.
02.11. Ankunft in Kuala Lumpur gegen 16 Uhr (+7 Std.). Mit einer Stunde Verspätung geht es dann um 18:20 Uhr weiter nach Singapur. Ankunft um 19:30 Uhr. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt und ich fahre mit der MRT, der U-, oder S-Bahn hier in Singapur, zur Station Braddell. Von dort sind es nur noch 10 Gehminuten bis zu meiner Airbnb-Unterkunft für diese Nacht. Nach dem Einchecken möchte mich mein Host unbedingt noch zum 1,5 Kilometer entfernten MC Ritchie Reservoir begleiten, wo morgen der Start zum 7. Craze Ultra ist und wo man heute schon seine Startnummer abholen kann. Danach mache ich mich noch auf den Weg, um eine Kleinigkeit zu essen.
03.11. Nach einem kleinen Frühstück gehe ich um 6:15 Uhr in aller Ruhe zum Start. Hier hat man nun die Möglichkeit Drop-Bags abzugeben, die dann an den entsprechenden Checkpoints hinterlegt werden, wovon ich aber keinen Gebrauch mache. Alles was ich evtl. brauchen könnte, wie Stirnlampe, Ersatz-GPS und Ersatzbatterien, habe ich bei mir. Ich deponiere hier lediglich meinen Rucksack, den ich dann nach dem Zieldurchlauf wieder abholen kann. Ich habe nun noch einige Zeit, um ein wenig herum zu gammeln, bevor die 36 Teilnehmer des 100 Meilen Laufes um 7:00 Uhr auf den Weg geschickt werden.
LogoDie 6 Minuten für den Kilometer empfinde ich zu Beginn, trotz der Wärme von um die 25 Grad und zunehmender, extremer Schwüle, als nicht zu schnell. So ist der erste, 13,7 Kilometer entfernte Checkpoint auch schon nach 1:23 Stunden erreicht. Dass das nicht so schnell weitergehen wird, ist mir aber sehr bewusst, weshalb ich versuche, es weiter möglichst locker angehen zu lassen. An jedem Checkpoint wird als Erstes die Startnummer gescannt. Das ist sehr wichtig, da es insgesamt zwar nur 7 unterschiedliche Checkpoints gibt, manche Strecken aber mehrfach gelaufen werden müssen und die zugehörigen Checkpoints auch entsprechenden mehrfach, in einer vorgegebenen, bestimmten Reihenfolge angelaufen werden müssen. Das hört sich am Anfang zwar kompliziert an, ist es dann aber doch nicht, da die Reihenfolge der Checkpoints, mit den entsprechenden Entfernungen, umgekehrt auf die Startnummer gedruckt sind, weshalb man sich diesbezüglich nichts merken muss.
Oft müssen Ampelkreuzungen überquert werden, was teilweise etwas nervig ist. Bleibt man nun bei Rot stehen oder geht man drüber? Wie ist die Polizei hier drauf wenn die sehen, dass man bei Rot über die Kreuzung läuft? In der Folge entscheide ich es immer von Fall zu Fall. Wenn es scheint, dass keine Polizei in der Nähe ist und es eine Straße mit wenig Verkehr ist, latsche ich drüber. Ansonsten heißst es aber oftmals, anhalten, Geduld bewahren und abwarten.
Auch am zweiten und dritten Checkpoint nach 31 Kilometern bin ich noch gut drauf. Diese Checkpoints liegen beide in einem Park an der "Straße von Johor" und man könnte, wenn man denn Zeit hätte, auf der anderen Seite Malaysia sehen. Für mich geht es weiter und ich bemerke leider schon bald deutliche Verschleißerscheinungen. Es läuft nicht mehr so flüssig und ich werde lahmer und lahmer. Meine bekannten Rückenschmerzen konnte ich aber zumindest zwischenzeitlich rauslaufen. Wenigstens etwas. Nachdem am Vormittag die Sonne so richtig schön herauskam, bewölkt es sich am Nachmittag zusehends und es gibt wenig später einen mega heftigen Dauerregen. Das ist eigentlich sogar recht angenehm, da es ja schön warm ist und man überhaupt nicht friert, obwohl es schon nach kurzer Zeit keine trockene Stelle mehr am Körper gibt. Später stellt sich aber leider heraus, dass ich als Folge dieses Wetters mir einige Blasen an beiden Füßen zugezogen habe. Leider platzen die Dinger auch nicht auf, sodass die Kilometerabspulerei nun mit dieser zusätzlichen Schwierigkeit verbunden ist. Hinzu kommt, dass erst 70 Kilometer vergangen sind. Noch 90 Kilometer mit den Füßen? Toll!
Da ich ja eh so langsam bin, kann ich ja auch mal wieder ein paar Fotos machen. Leider bleibt meine Handykamera schwarz. Das Teil ist vermutlich beim großen Regen verreckt. Auch blöd. Zumindest funktioniert die GPS-Navigation noch einwandfrei.
Auf eines kann ich mich heute verlassen. Es ist mein konstant immer langsamer werdendes "Tempo". Trotz alledem wird mir nach 100 Kilometern, die ich nach ca. 14,5 Stunden erreiche klar, dass ich genügend Zeit habe, das Ziel innerhalb des Zeitlimits von 32 Stunden zu erreichen. So langsam kann sogar ich eigentlich nicht mehr werden, dass das hier schief gehen kann. Allerdings habe ich mein loses Zeitziel von 24 Stunden, was absolut top gewesen wäre, schon lange geknickt. Egal. Streckenbedingt kommen einem immer wieder andere Läufer entgegen. Meist von irgendwelchen Unterdistanzen über 42, 71, oder 100 Kilometern. Man grüßt sich immer freundlich und meistens finden die Kollegen auch aufmunternde Worte für einen, was aber auch teilweise etwas nervt, wenn man immer wieder gesagt bekommt, wie toll man doch ist und wie gut man noch ausschaut, obwohl man sich mittlerweile wirklich echt bescheiden fühlt.

Am 10. Checkpoint (CP4), nach 98,1 Kilometern, es ist mittlerweile dunkel, nehme ich mir ein wenig mehr Zeit, um etwas zu essen und einen Kaff zu trinken. Leider vertrage ich aber dann das schnelle Durcheinander von Brot, Aufgussnudeln u.a.m. in Verbindung von verschiedenen Getränken nicht so toll, sodass ich das mir mühsehlig einverleibte Zeug sogleich wieder in einem Beet vor dem Verpflegungszelt loswerde. Megafail. Weiter geht's. Noch 65 Kilometer. Der nächste Checkpoint liegt dann leider irgendwie so versteckt, dass ich ihn trotz Handy-GPS verpasse. Ich verliere einiges an Zeit und laufe bestimmt eine extra Meile. Super toll!
04.11. Bei Kilometer 109 erreicht man das "Bedok Reservoir", ein kleiner Park mit einem 4,2 Kilometer langen Rundweg um einen See. Hier ist es sicherlich schön, es sei denn, es ist Nacht, man ist schon seit 17 Stunden unterwegs und man hat eigentlich schon lange keine Lust mehr herum zu eiern und hat noch mindestens 10 Stunden vor der Backe. Auf der anderen Seite des Sees gibt es einen Checkpoint, der dreimal angelaufen werden muss. Also zunächst im Uhrzeigersinn zur anderen Seite des Sees bis zum CP. Dann noch eine ganze Runde rechts herum und danach, entgegengesetzt, noch eine ganze Runde links herum zurück zum CP. Nun noch eine halbe Runde zurück, und schon ist, zwei Stunden später, auch dieser Teil der Strecke abgehakt.
Nun geht es wieder zurück. Ewig später erreiche ich erneut den CP4. Wie beim ersten Mal, esse und trinke ich was und muss das Ganze dann leider wieder in "meinem" Beet zurücklassen. Schade. Dieser CP bringt mir kein Glück.
Es wird hell. Bei Kilometer 134 erreicht man erneut den "Punggol Waterway Park". Einige verrückte Frühjogger sind schon unterwegs. Verrückt die. Man könnte doch so schön gemütlich zuhause im Bett liegen. Selbst schuld. Im weiter gleichmäßig abnehmendem Tempo, schleppe ich mich voran. Ich stelle fest, dass auch wenn man schon elendig langsam unterwegs ist, es immer noch langsamer geht. Unglaublich. Dann ist der letzte Checkpoint erreicht.
Nicht lange aufhalten. Nun nur noch die letzten 13,7 Kilometer bis ins Ziel. Drei Stunden plane ich dafür ein, wobei es am Ende 3,5 Stunden werden sollten. Zwischendurch mache ich eine zweiminütige Rast an einer Bushaltestelle. Ich bin unendlich müde. Ich schließe kurz die Augen und nicke weg. "Schnell" weiter. Das kann ich mir jetzt nicht erlauben. An einer Shell Tanke kaufe ich mir eine Büchse Tonic Water. Das tut gut. Mal was anderes. Nur noch 3 Kilometer. Vor mir läuft ein junger Kollege, den ich noch überholen kann. Es gibt Leute die noch schlapper sind als ich? Hätte ich nicht geglaubt. Dann ist endlich das Ziel erreicht. 29:32:32 Stunden. Wenigstens die 30 bleibt mir erspart.

Im Ziel sind alle sehr, fast schon zu sehr, zuvorkommend. Eigentlich möchte ich nur erst einmal ein paar Minuten meine Ruhe haben, aber das ist schwierig. Nach einiger Rumhängerei gehe ich duschen und mache mich dann bald auf den Weg zur 1,5 Kilometer entfernten MRT Station. Ich fahre in den Stadteil Geylang, da dort einige preiswerte Hotels sind. Ein Hostelbett im 6-bed dormitory möchte ich mir heute ersparen. Nach etwas Latscherei finde ich im 4. Versuch ein vernünftiges Zimmer für umgerechnet 45 Euro und haue mich erstmal hin. Am Abend humpel ich dann noch ein wenig herum, esse eine Kleinigkeit und trinke ein großes Tiger Bier.

05.11. Ich latsche noch ein wenig herum und mache noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit weg, bevor ich mich gegen Abend auf den Weg zum Airport mache. Da mein Abflug erst in 4 Stunden ist, bietet man mir an, einen Flug früher zurück nach Kuala Lumpur zu nehmen. Mit einer Stunde Verspätung geht es dann in 45 Minuten nach KUL.
06.11. Auch von Kuala Lumpur geht es mit fast einer Stunde Verspätung, gegen 1:00 Uhr, zurück nach Amsterdam. Ankunft in AMS gegen 5:30 Uhr (-7 Std.). Nun noch eine halbe Stunde in der Kälte auf den Shuttle Bus zum Parkplatz warten, bevor es auf die letzte Etappe zurück nach Osnabrück geht.

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last update: 13.11.2018