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3. GlobalLimits São Tomé vom 20.-25.02.2022

Sao Tomé 2022

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Do., 17.02.22 Am Vorabend noch die Absage des Malta Marathons in 2 1/2 Wochen, aber heute geht es erst einmal, 5 1/2 Jahre nach meinem letzten Etappenlauf, dem Lycian Way Ultra Marathon in der Türkei, nach São Tomé.
Leider habe ich mich in den letzten 8 Wochen mit hartnäckigen Ischias Beschwerden rumärgern müssen. Starke Schmerzen im rechten Bein und zusätzliech eine vermutliche Rippenprellung nach einem Sturz, verhinderten eine seriöse Vorbereitung, wie ich sie eigentlich geplant hatte. Aber was hilft's. Irgendwie werde ich auf São Tomé schon durchkommen, wo am Sonntag der Start zur 3. Global Limits "The Hemisphere Crossing" ist. Da der Covid-19 PCR-Test, den man noch für die Einreise nach São Tomé benötigt, wie erwartet negativ war, geht es heute zunächst mit Eurowings nach Lissabon. Abflug um 14:45 Uhr von Düsseldorf. Ankunft um 16:55 Uhr (- 1 Std.). Nach dem Einchecken im Hotel latsche ich noch ein wenig durch den Stadtteil am Flughafen und esse ein Häppchen.
Fr., 18.02.22 Da mein Hotel nur 5 Gehminuten vom Flughafen entfernt ist, kann ich es recht entspannt angehen lassen. Abflug um 9:45 Uhr. Nach 6 Stunden, Zwischenlandung in Accra (Ghana) um 15:45 Uhr. Weiter um 16:30 Uhr. Ankunft in São Tomé um 18:00 Uhr. Um 20:00 Uhr offizielles Abendessen im Hotel.
Sa., 19.02.22 Nach einem ausgedehnten Frühstück auf der Hotelterrasse, Race Check-In mit Kontrolle der Pflichtausrüstung und Ausgabe der Startnummern. Um 11:30 Uhr ist die Abfahrt zum wenige Minuten entfernten Nationalmuseum. Nach der Besichtigung des Museums noch ein kurzer Gang durch die City und dann weiter zum Mittagessen in ein nahe gelegenes Restaurant. Gegen 14:30 Uhr, Fahrt in das 35 Autominuten entfernte 1. Camp nach "Roca Agostinho Neto", einer Plantage aus der Kolonialzeit mit botanischem Garten.
Stage 1
So., 20.02.22
36,9 km
5:39:20
Sao Tomé Logo Nach dem offiziellen Startfoto, einer Ansprache des Sportministers von São Tomé und Príncipe, Herrn Vinicio Pina und dem Singen der Nationalhymne durch einheimische Schulkinder, geht es um 7:15 Uhr auf die 1. Etappe.
Es ist heiß und schwül. Es wird bestimmt ziemlich schlau sein, wenn ich es gaaanz ruhig angehen lasse. Alle ca. 10 Kilometer ist ein Checkpoint aufgebaut, an dem man seine Wasservorräte auffüllen kann. Es geht über verschiedenste Trails, durch dichte Wälder und auch einige Wasserdurchquerungen sind dabei. Trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen, erreiche ich den 1. Checkpoint überraschenderweise schon nach einer guten Stunde. Ziel ist im Dorf Monte Café, wo einst die größte Kaffeeplantage auf der Insel war.
Übernachtet wird im dortigen Kindergarten. Die kurze Nacht wird leider sehr unruhig, da ich plötzlich Probleme mit dem Magen bekomme.


Stage 2
Mo., 21.02.22
30,8 km
5:10:00
4:00 Uhr aufstehen, denn der Start ist schon um 6:00 Uhr. Es geht mir nicht besonders gut. Lauf- und Zimmerkollege Max aus der Schweiz leiht mir eine Immodium und was gegen Magengrummeln. Heute lasse ich es zwangsläufig wieder richtig ruhig angehen. Wichtig ist, dass ich die Lauferei an diesem Tag irgendwie rum bekomme. Egal wie. Es geht wieder durch den dichten Dschungel, durch mehrere Dörfer und an Wasserfällen vorbei. Aber auch einige Kilometer über Asphalt sind dabei. Nach für mich sehr schwierigen 5:10 Stunden und einigen Scheintotphasen ist endlich das Ziel an einem alten, sehr schönen, aber teilweise verfallenem Herrenhaus, irgendwo im Nirgendwo, erreicht. Pousada Bombaim soll der Name sein.

Nachdem man sich in einem der vielen Zimmer ein Übernachtungsplatz gesichert hat, wird erstmal gechillt. Ich bin sehr froh, dass sich meine Malaisen offensichtlich gebessert haben. Am Nachmittag gehe ich nochmal einen Kilometer zurück zu einem sehr schön gelegenen Wasserfall, wo man sehr gut schwimmen kann.



Stage 3
Di., 22.02.22
29 km
4:26:27
Heute geht es mir schon deutlich besser. Nach ein paar hundert Metern muss ein 5 km langer, recht schwieriger Dschungelpfad erwandert werden. Ich belasse es beim Wandern, da man ansonsten hier recht schnell hinklatschen könnte. Danach ist das schwierigste Stück geschafft. Auf dem folgenden, einige Kilometer langen Bergabstück über Asphalt fühle ich mich sehr gut und kann, bis Kilometer 15, sogar ein wenig "Tempo" machen und einige Kollegen überholen. Danach lasse ich es wieder ein wenig ruhiger angehen, denn es wird nun auch deutlich wärmer, und überhaupt, es sind ja auch noch einige schwierige Etappen zu bewältigen und ein paar Kräfte zu sparen, ist bestimmt nicht die allerschlechteste Idee.
2-3 Kilometer vor dem Ziel, der Weg ist gut laufbar und ich bin gerade mal wieder im "flow", übersehe ich leider ein paar Pfeile die nach links in einen kleinen Waldpfad zeigen. Statt abzubiegen laufe ich geradeaus. Es dauert über 5 Minuten bis ich es gecheckt habe, dass ich mit Sicherheit falsch bin und mich entscheide, den Weg zurück zu laufen. Das war ganz sch.... und ich bin ein wenig angedingst.

Im Ziel, im Küstendorf Aqua Izé, wird man sehr nett von einer Kindergruppe begrüßt . Man kann gut herumhängen, im Meer baden gehen und dabei das Bayern Trikot für morgen waschen. Um 14:00 Uhr geht es mit ein paar Kollegen in ein 800 Meter entferntes Restaurant zum frischen Fisch essen und local beer trinken. Das es sich um local beer handelt erkennt man immer daran, dass auf den 0,5l Flaschen kein Etikett klebt. Da sich mein Magen wieder beruhigt hat hoffe ich, dass es durch den Fisch nicht zu einem Rückfall kommt.



Stage 4
Mi., 23.02.22
58,9 km
9:54:25
Heute steht die lange Etappe auf dem Plan. Start ist, für die Plätze 1-13 um 6:30 Uhr. Für die Lahmeren schon um 5:30 Uhr. Gut, dass ich im Moment nur der 16. bin. So muss ich zwar schon gegen 3:30 Uhr aufstehen, kann dafür aber durch den frühen Start noch eine Stunde länger bei etwas moderateren Bedingungen laufen.
Das Terrain ist heute wieder sehr unterschiedlich. Dichte Wälder, viele Dörfer, rumpelige Straßen aus der Kolonialzeit, lange Asphaltstücke und viele schöne Aussichten. Alles ist dabei. Nach 3 Stunden und 6 Minuten werde ich vom späteren Sieger Nathan, der eine Stunde später gestartet ist, überholt, womit ich gut leben kann. Zum ersten Mal sieht man gegen Ende der Etappe auch den berühmtesten Berg der Insel, den Pico Cão Grande. Ziel der Etappe ist an einem schönen Strand mit Bademöglichkeit und Blick auf den Pico Cão Grande. Am Abend gibt es eine Unwetterwarnung, weshalb alle Zelte nochmal besonders gesichert werden. Dann passiert aber nichts weiter. Es bleibt bei nur ein paar Regentropfen.



Stage 5
Do., 24.02.22
29 km
4:24:50
Leider gerät der heutige Start ein wenig in den Hintergrund, da Putin heute seinen feigen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat.
Der Start zur vorletzten Etappe ist, nach der langen Etappe gestern, erst um 7:00 Uhr. Da, wie in den letzten Tagen, wieder Brötchen zur Verfügung gestellt werden, entsorge ich nun komplett meine selbst zusammengebastelte Kornflakes- Haferflocken-Trockenmilch Pampe.
Kurz nach dem Start kommt man wieder in Aussichtspunkt Entfernung an dem wichtigen Felsen vorbei. Dann muss schon bald ein schmaler, steiler und glitschiger Dschungelpfad heraufgekraxelt werden. Ziemlich anstrengend und kräftezehrend. Ich bin heilfroh, dass am Ende des Weges nicht ein ähnlicher Pfad wieder zurück gestolpert werden muss, sondern eine "normale" Straße wieder herunterführt. Dann geht es über unterschiedlichste Untergründe weiter, bis nach 28 Kilometern das letzte Camp an dem sehr schönen Sandstrand Praia Piscina erreicht ist.



Stage 6
Fr., 25.02.22
15 km
2:12:56
Die Starts zur letzten Etappe sind um 6:15, 6:30 und für die Schnellsten um 7:00 Uhr. Ich darf um 6:30 Uhr ran. Also 4:30 Uhr aufstehen und ein letztes Mal die Sachen zusammen raffen.
Der CP1 ist wieder in ca. 10 km Entfernung, wieder an einem schönen Strand gelegen. Hier wird die Zeit gestoppt und sobald 8 Läufer angekommen sind, bringt sie ein Bötchen in wenigen Minuten auf die kleine, São Tomé vorgelagerte Insel "Ilhéu das Rolas". Bis zum Strand war ich eigentlich ganz gut drauf. Als es aber nach der Überfahrt weiter gehen soll, wollen meine Beine irgendwie nicht mehr so richtig. Die sind wohl auf der Überfahrt eingerostet. Da sich aber ranglistenmäßig eh nichts mehr groß auf diesem allerletzten Stück ändern kann, ist mir das noch mehr egal als sonst. Ob ich nun 5 Minuten schneller oder langsamer bin, interessiert keinen. Es geht jetzt einmal 5 km um die Insel drumrum, zumeist durch Kokosplantagen, deren Grund mit Kokosnussschalen übersät ist. Das ist kein einfaches Laufen oder Gehen hier. Die letzten 200 Meter geht es nochmal einen steilen Weg hinauf. Dann ist endlich das Ziel auf einem kleinen Platz direkt auf dem Äquator erreicht.
Manche Erzählungen sagen auch, dass man hier genau an dem Punkt sein soll, an dem der Äquator den nullten Längengrad, also den Nullmeridian, schneidet. Forscht man diesbezgl. aber ein wenig nach, war das aber vermutlich wohl nur früher so, als man noch nicht so präzise messen konnte. Der exakte Nullmeridian schneidet den Äquator 6 Grad oder ca. 700 Kilometer weiter westlich, irgendwo im Atlantik. So oder so, das ist ein ganz wichtiger Ort hier. Ein "must gewesen sein" sozusagen.
Durch den versetzten Start trudeln in der nächsten Stunde alle Teilnehmer ein. Es gibt für jeden eine frische Kokosnuss als Finisher Verpflegung, bevor die ganze Gesellschaft gemeinsam zurück zum Bootsanleger geht. Kurz danach wieder mit dem Boot zurück nach São Tomé und in die, hinter dem Strand gelegene Praia Inhame Eco Lodge.

Jetzt ist endgültig nur noch chillen angesagt. Am Abend die schöne Siegerehrung mit fettem Buffet.



Sa., 26.02.22 Noch einmal im Atlantik baden gehen, bevor es, nach einem ausgedehnten Frühstück, um 11:30 Uhr mit einem Kleinbus, in ca. 2,5 Std Fahrzeit, zurück nach São Tomé City geht. Auf halber Strecke nochmal ein längerer Halt an einen Restaurant zum Lunch. In São Tomé City noch ein Stopp an einer Schokoladenfabrik mit Café zum Herumhängen vor dem Abflug. Vor dem Abflug um 20:20 Uhr, kann man noch in aller Ruhe das Spiel Frankfurt-Bayern im Kicker Liveticker verfolgen (0:1). Dann in 1,5 Std nach Accra und nach 45 Minuten Aufenthalt, weiter nach Lissabon.
So., 27.02.22 Nach knapp 6 Stunden Flug, Ankunft in Lissabon um 4:45 Uhr. Weiterflug nach DUS um 8:50 Uhr. Ankunft um 12:40 Uhr (+1 Std). Mit dem Auto zurück nach OS.
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last update: 17.03.2022